Sonntag, 14. Juni 2009

130 Megapixel-Kamera aus altem Scanner, Hack A Day und das Wort "Hacken"

In "Zurück in die Zukunft" musste Doc Brown schmerzhaft erfahren, dass man Terroristen nicht Schrott aus alten Flippern als Atombombe verkaufen kann. Dieser Herr aus Japan zeigt uns dagegen eindrucksvoll, dass man sehr wohl eine 130 Megapixel-Kamera aus einem alten Scanner bauen kann. Das Einzige, was mich vom Nachbau zur Zeit noch abhält ist die Frage, wie man die entstehenden Bilder mit der unkomprimierten Größe von 390 Megabyte sinnvoll speichern kann. Und was man dann damit anfangen soll.

An diesen Hack bin ich durch die phantastische Website Hack A Day gekommen, die ich hiermit allen, die sie noch nicht kennen, ans Herz legen möchte. Die dort archivierten Tausende von Hacks bieten eine gut sortierte Fundgrube für Hardware-affine Bastler und Hacker.

Wobei wir bei dem Begriff "Hack" wären, der hierzulande den leichten Beigeschmack des Illegalen hat. Bei einem "Hacker" denkt man gerne an einen blassen Heranwachsenden überwiegend männlichen Geschlechts, dem eine Welt außerhalb seines Monitors unbekannt ist, und der in krimineller Absicht in fremde Computer eindringt um dort im schlimmsten Fall den dritten Weltkrieg auszulösen.
Der Ursprung des Wortes "Hack" kommt vom MIT, der amerikanischen Universtität für Ingenieurwissenschaften schlechthin. Er bezeichnet eine schnelle, clevere Lösung für ein Problem, sei es nun in Hard- oder Software. Ein Hack verwendet dabei meist Dinge in einer Art und Weise, für die sie eigentlich nicht vorgesehen waren. Legendär sind die Hacks der Studenten am MIT, die so auf kreative Art den Prüfungsstress kompensieren, was schon mal dazu führt, dass auf dem Great Dome eine Mondlandefähre auftaucht oder sich das ganze Gebäude über Nacht in R2D2 verwandelt.

Nachdem nun also der Begriff des Hackers von dem Schleier des Illegalen befreit wurde, möchte ich noch dringend von dem Konsum des gleichnamigen Films abraten, dessen abgrundtief dämliche Handlung auch durch die Mitwirkung der jungen Angelina Jolie nicht zu retten ist. Mit dem spärlich vorhandenen Fachwissen wird peinlich herumgeprotzt - zum Beispiel in der Szene, wo diskutiert wird, welche "Hackerbücher" wirklich wichtig sind - und ansonsten bedient der Film so ziemlich jedes Hackerklischee. Ganz üble Beispiele für solche Klischees sind auch "Passwort: Swordfish", "Transformers" und "Stirb langsam 4.0":
  • Hacker - egal welchen Alters - leben immer im dunklen Kellerraum ihrer Eltern, der vollgestopft mit Elektronik und Sammelfiguren ist.
  • Hacker benutzen niemals eine Maus.
  • Hacker benutzen die Tastatur ohne jemals hinzuschauen, sich je zu vertippen oder die Leertaste zu benutzen.
  • Je besser der Hacker, desto mehr Bildschirme hat er. Um einen ganz schwierigen Auftrag auszuführen, braucht er ganz viele große Bildschirme.
  • Hacker können im Handumdrehen in jeden Computer eindringen, egal ob von Banken, Geheimdiensten oder Regierungen.
Ich könnte hier noch stundenlang so weiter machen, aber vielleicht fallen Ihnen ja auch noch ein paar schöne Klischees ein?

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