Mittwoch, 18. November 2009

Big neighbour is watching

In den Niederlanden soll demnächst die Kfz-Steuer nicht mehr pauschal erhoben, sondern nach gefahrener Strecke und Umweltfreundlichkeit des Wagens abgerechnet werden. Das ist zunächst einmal eine gute Idee, denn weshalb soll die nette alte Dame, die mit ihrem Wagen nur sonntags zur Kirche fährt, die gleiche Steuer bezahlen wie der Handelsvertreter, der jeden Tag hunderte von Kilometern abreisst? Es kommt allerdings eine Lösung zum Einsatz, die man eigentlich eher deutschen Politikern zugetraut hätte als den liberalen Holländern. In jedes Fahrzeug wird ein GPS-Gerät eingebaut, das die gefahrene Streckenlängen speichern und an einen Zentralrechner übertragen soll. Obwohl auf diese Weise auch sämtliche gefahrenen Routen nebst Geschwindigkeiten ermittelt werden können, soll das im Interesse des Datenschutzes natürlich nicht geschehen. Wie die Geschichte zeigt, finden Politiker jedoch auf lange Sicht immer einen Weg, an begehrliche Daten heranzukommen, sobald sie irgendwo vorhanden sind. (Ihre Abrechnung für Geschwindigkeitsübertretungen im Mai 2012: 598,87 Euro.)

Abgesehen von der bedenklichen Datensammlung, die kombiniert mit den Signaturen von Mobiltelefonen nun endlich eine absolut lückenlose Verfolgung sämtlicher Bürger möglich macht, besticht die holländische Lösung auch durch einen immensen Aufwand. Schließlich muss jedes Fahrzeug mit dem - sicherlich nicht billigen - GPS-Gerät (wie manipulationssicher ist das eigentlich?) ausgestattet werden. Dazu kommt noch die zentrale Datenerfassung und -auswertung.

Dabei wäre es so einfach und preiswert, eine gerechte Verteilung der Kfz-Steuer in Abhängigkeit von den gefahrenen Kilometern und dem Verbrauch, bzw. Schadstoffausstoß der Fahrzeuge zu realisieren: Man legt die Steuer einfach auf den Benzinpreis um.

Und das ganz ohne staatliche Totalüberwachung. Denn das kann doch nicht der eigentliche Zweck dahinter sein...?


Nachtrag:

Heute ist zu lesen, dass Manipulationen an den GPS-Geräten mit bis zu 74000 Euro und vier Jahren Haft bestraft werden können.

(Wo wir gerade bei der Verhältnismäßigkeit der Mittel sind: Ist eigentlich auch nur einer der Banker, die die Milliarden anderer Leute verzockt haben, ins Gefängnis gegangen?)

Ich glaube, als Niederländer würde ich ganz aufs Fahrrad umsteigen. Und mein Mobiltelefon dabei abschalten.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Än Ämerikäns wiu on se Autobahn

Die Autobahn. Unendliche Weiten. Unfassbare Geschwindigkeiten, in die noch nie ein Fremder zuvor vorgedrungen ist. Schon interessant, wie dies aus der Sicht eines amerikanischen Redakteurs des Magazins WIRED gesehen wird. Besonders beeindruckend finde ich die Schilderung der Autobahnpolizei, die vielfach schlimmer als die übelsten amerikanischen Cops sein sollen. Ich sehe mir wohl die falschen Filme an...?

Dienstag, 6. Oktober 2009

Wir falten uns einen Falcon

Was passiert, wenn man einen Star Wars Fan mit einem Blatt Papier alleine lässt? Er faltet sich einen TIE-Fighter oder einen Millennium Falcon oder einen AT-ST oder....

Sonntag, 6. September 2009

Ein Häuschen aus Legosteinen fein

Noch ein Beitrag mit LEGO, ich kann einfach nicht anders.
James May, seines Zeichens u.a. Moderator der einzig wahren Autosendung Top Gear, lässt für eine Wissenschaftssendung zur Zeit ein Haus (fast) ganz aus Legosteinen bauen, in dem er auch vorhat, zu wohnen. "Zwei oder drei Tage, oder bis es zusammenfällt. Was auch immer zuerst passieren mag." Lediglich die Rahmenkonstruktion besteht aus Holzlatten, der Rest aus ca. 816 Millionen handelsüblichen Legosteinen. Ja, an der Menge der Steine ist wohl auch in meiner Kindheit der Traum gescheitert, etwas ähnliches zu bauen. Erstaunlicherweise soll das Haus ganz ohne Klebstoff auskommen. Noch erstaunlicher ist, dass auch das Badezimmer ganz aus LEGO besteht. Ich hoffe, er darf immerhin eine herkömmliche Klobürste benutzen...

Die beste Photostrecke habe ich in dem bemerkenswerten Blog LikeCool.com gefunden, eine weitere bei flickr; ein Interview mit dem Architekten gibt es hier.

Lustiges und Historisches aus LEGO

Für den wahren Bastler verliert Lego, im Gegensatz zu manch anderen Spielzeugen der Kindheit, niemals seinen Reiz. Auf der einen Seite lassen sich mit der Technic-Serie und den Mindstorms-Controllern schnell und unaufwendig selbst komplizierte Apparate aufbauen. Auf der anderen Seite lädt die Lego-eigene Ästhetik zur Schaffung von Miniaturwelten ein, die sich auf andere Weise nur schwer realisieren ließe.

Mike Stimpson hat diese Legowelten zu seiner Passion gemacht und auf seiner Website sehr schöne und professionelle Photos davon eingestellt. Ein immer wiederkehrendes Thema sind Lego-Stormtrooper aus Star Wars, die in teilweise absurden, dadurch aber um so witzigeren, Situationen dargestellt werden. In einer weiteren Bilderserie hat Stimpson berühmte Photographien des 20. Jahrhunderts in Lego nachgestellt. Sehr empfehlenswert!

Donnerstag, 23. Juli 2009

Infrarotphotographie jetzt auf Stylish Software


Auf meiner Website habe ich soeben eine Seite eingestellt, auf der viele interessante Informationen über das faszinierende Thema Infrarotphotographie enthalten sind.

Meine Infrarotgalerie können Sie bei flickr betrachten.

Zusätzlich gibt es jetzt auf meiner Website einen Marktplatz für Infrarotkameras.

Freitag, 17. Juli 2009

Was Sie schon immer über Wissenschaft wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten

Wieviel Haargel passt in eine Frisur?
Wieviel Klebeband benötigt man, um einen Menschen an einer Wand zu befestigen?
Kann man aus Klopapier wirklich eine Hängematte bauen?
Und wie hoch ist der Haut- bzw. Fahrzeuganteil in einer Ausgabe des Playboys?

Fragen über Fragen die wir uns alle schon einmal gestellt haben, aber deren Beantwortung uns selbst die Wikipedia vorenthält. Selbst deren absurder Ableger, die Stupidedia, muss hier passen.

Aber zum Glück gibt es ja noch I.Z.E.T.I.T. - das Institut zur Erforschung total interessanter Tatsachen! Hier werden all diese Fragen und noch viel mehr beantwortet, sehr schön aufgemacht, reich bebildert und so was von wissenschaftlich!

Schauen Sie selbst! Ich muss jetzt los, meiner Katze ein mit Butter bestrichenes Toast auf den Rücken binden...

Donnerstag, 16. Juli 2009

Anleitungen für einfach alles

Wo findet man Anleitungen für den Bau solch verschiedener Dinge wie:
  • Solarbetriebene Ventilatoren
  • Wasserraketen
  • Cryptexe
  • Fliegenfallen
  • Wie man sich aus Handschellen befreit
  • Gummibärenchirurgie
  • Windturbinen
All dies und noch viel mehr kann man auf der phantastischen Website instructables.com finden, einem Ableger des amerikanischen Magazines Make. In Deutschland noch weitgehend unbekannt, ist in Amerika eine Bewegung von Bastlern entstanden, die Dinge mit möglichst wenig Kosten und sehr viel Kreativität selber bauen. Das Faszinierende daran ist, dass bei vielen der Projekte Sachen gebaut werden, die man nicht kaufen kann, oder von denen man nicht geglaubt hätte, dass es sie überhaupt geben könnte.

Aufgrund der Fülle von Themen und den unterschiedlichsten Anforderungen an Können, Material und Zeit ist hier garantiert für jeden etwas dabei, der Freude am Selbermachen hat.

Sonntag, 14. Juni 2009

130 Megapixel-Kamera aus altem Scanner, Hack A Day und das Wort "Hacken"

In "Zurück in die Zukunft" musste Doc Brown schmerzhaft erfahren, dass man Terroristen nicht Schrott aus alten Flippern als Atombombe verkaufen kann. Dieser Herr aus Japan zeigt uns dagegen eindrucksvoll, dass man sehr wohl eine 130 Megapixel-Kamera aus einem alten Scanner bauen kann. Das Einzige, was mich vom Nachbau zur Zeit noch abhält ist die Frage, wie man die entstehenden Bilder mit der unkomprimierten Größe von 390 Megabyte sinnvoll speichern kann. Und was man dann damit anfangen soll.

An diesen Hack bin ich durch die phantastische Website Hack A Day gekommen, die ich hiermit allen, die sie noch nicht kennen, ans Herz legen möchte. Die dort archivierten Tausende von Hacks bieten eine gut sortierte Fundgrube für Hardware-affine Bastler und Hacker.

Wobei wir bei dem Begriff "Hack" wären, der hierzulande den leichten Beigeschmack des Illegalen hat. Bei einem "Hacker" denkt man gerne an einen blassen Heranwachsenden überwiegend männlichen Geschlechts, dem eine Welt außerhalb seines Monitors unbekannt ist, und der in krimineller Absicht in fremde Computer eindringt um dort im schlimmsten Fall den dritten Weltkrieg auszulösen.
Der Ursprung des Wortes "Hack" kommt vom MIT, der amerikanischen Universtität für Ingenieurwissenschaften schlechthin. Er bezeichnet eine schnelle, clevere Lösung für ein Problem, sei es nun in Hard- oder Software. Ein Hack verwendet dabei meist Dinge in einer Art und Weise, für die sie eigentlich nicht vorgesehen waren. Legendär sind die Hacks der Studenten am MIT, die so auf kreative Art den Prüfungsstress kompensieren, was schon mal dazu führt, dass auf dem Great Dome eine Mondlandefähre auftaucht oder sich das ganze Gebäude über Nacht in R2D2 verwandelt.

Nachdem nun also der Begriff des Hackers von dem Schleier des Illegalen befreit wurde, möchte ich noch dringend von dem Konsum des gleichnamigen Films abraten, dessen abgrundtief dämliche Handlung auch durch die Mitwirkung der jungen Angelina Jolie nicht zu retten ist. Mit dem spärlich vorhandenen Fachwissen wird peinlich herumgeprotzt - zum Beispiel in der Szene, wo diskutiert wird, welche "Hackerbücher" wirklich wichtig sind - und ansonsten bedient der Film so ziemlich jedes Hackerklischee. Ganz üble Beispiele für solche Klischees sind auch "Passwort: Swordfish", "Transformers" und "Stirb langsam 4.0":
  • Hacker - egal welchen Alters - leben immer im dunklen Kellerraum ihrer Eltern, der vollgestopft mit Elektronik und Sammelfiguren ist.
  • Hacker benutzen niemals eine Maus.
  • Hacker benutzen die Tastatur ohne jemals hinzuschauen, sich je zu vertippen oder die Leertaste zu benutzen.
  • Je besser der Hacker, desto mehr Bildschirme hat er. Um einen ganz schwierigen Auftrag auszuführen, braucht er ganz viele große Bildschirme.
  • Hacker können im Handumdrehen in jeden Computer eindringen, egal ob von Banken, Geheimdiensten oder Regierungen.
Ich könnte hier noch stundenlang so weiter machen, aber vielleicht fallen Ihnen ja auch noch ein paar schöne Klischees ein?

Mittwoch, 10. Juni 2009

Regenbogen in Infrarot

Gestern Abend gab es einen wunderschönen Regenbogen, bei dem sogar der Sekundärbogen deutlich sichtbar war. Da ich momentan mit Infrarotphotographie experimentiere, bot sich an, einmal zu testen, wie denn so ein Regenbogen in einem Infrarotphoto aussieht.

Für die Aufnahme habe ich eine modifizierte Digitalkamera mit einem 700 nm IR-Durchlassfilter verwendet. Wie im unbearbeiteten Photo deutlich zu sehen ist, strahlt der Regenbogen im großen Teil des Spektrums a
uch im infraroten Bereich:
Mit ein wenig Nachbearbeitung (Anpassung des Schwarz- und Weißpunktes in den drei RGB-Kanälen) sieht das Bild noch besser aus:

Montag, 8. Juni 2009

Putzbot auf LEGO Mindstorms

Mein Putzbot ist auf der LEGO Mindstorms Website als Projekt veröffentlicht worden.

Wegen der wenig schmeichelhaften Bedeutung des Wortes "Putz" im Amerikanischen habe ich ihn allerdings in "Cleanbot" umbenannt. Schließlich schauen Kinder zu.

Sonntag, 7. Juni 2009

Flinke Finger und selbsterklärende Musikvideos

Der Herr im folgenden Video spielt Klavier. Das tut er ziemlich gut und ziemlich schnell, wobei er ein eigenes Ragtime-Medley von Hits aus den 80er Jahren zum Besten gibt. Unfassbar!

Ich weiß noch nicht, ob mich seine Virtuosität bezogen auf mein bescheidenes Klavierspiel eher motiviert oder desillusioniert...

Ich bin aber eigentlich nur durch Zufall auf diesen Herrn gestoßen, denn eigentlich hatte ich mir einige extrem spaßige Musikvideos angeschaut, in denen der Text so verändert wurde, dass sie ihre eigene Handlung beschreiben. Wer sich nun partout nicht vorstellen kann, was das bedeuten soll, der schaue sich die Darbietungen von Rick Astley, den Beatles, A-ha, Meat Loaf oder Bonnie Tyler an.
Viel Vergnügen!